Ich begann 1999 mit dem Fliegenfischen und Fliegenbinden, kurz nachdem ich meinen Mann Chris Reeves kennengelernt hatte. Es war ein ziemlich privilegierter Start – wir lebten damals in Chile und unternahmen zwei lange Autoreisen durch den Süden Chiles und Argentiniens sowie einige kürzere Ausflüge nach Zentralchile und in den „Kleinen Norden“. Meine ersten Fliegen waren daher ein Woolly Bugger und eine Prince Nymph. Ich muss gestehen, dass ich mich nicht erinnern kann, ob ich damit Fische gefangen habe, aber das war mir egal – ich war von beiden begeistert (nicht von den Fliegen selbst, sondern vom Fischen und Binden). So sehr, dass ich auf der letzten Reise in Argentinien an den Schultergurten meiner Wathose aus dem Fluss gezogen werden musste, weil ich noch einen letzten Wurf versuchte.
Zurück in Großbritannien hatte ich zu Hause keine Zeit zum Fliegenbinden, aber Chris wurde ständig zu diesen Fliegenfischermessen eingeladen, und ich entwickelte die Angewohnheit, mir einen zusätzlichen Stuhl zwischen ihn und seinen Nachbarn zu quetschen und einige der Fliegen zu binden, die ich um mich herum sah. Es muss wohl genügend Beschwerden von seinen Nachbarn gegeben haben, denn ich bekam bald Einladungen zu Shows als offizielle Fliegenbinderin.
Ich binde gerne neue Fliegenmuster, probiere verschiedene Materialien und Techniken aus, greife aber immer wieder auf Naturmaterialien zurück. Momentan erkunde ich neue und alte Muster mit Fasanenfedern oder solchen, bei denen sie eine interessante Alternative darstellen. Besonders angetan bin ich von der großen Auswahl an hervorragend gefärbten Fasanenfedern von Chevron Hackles.
Ich bin ein großer Fan der Federn von Chevron und der Scheren und Pinzetten von Renomed und engagiere mich als deren Botschafter auf Messen, um auf diese Produkte und ihren Gebrauch aufmerksam zu machen. Außerdem bin ich Mitglied des nationalen britischen Fliegenbindevereins, der Fly Dressers’ Guild (FDG), und gebe die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift „Fly Dresser“ heraus. Dadurch habe ich mit jeder Ausgabe die Möglichkeit, neue Muster und Techniken zu entdecken. Ich komme zu Hause immer noch nicht so oft zum Fliegenbinden, deshalb denke ich, dass ich immer noch gut beweisen kann, dass man keine jahrelange Übung und Erfahrung braucht, um Fliegen zu binden, die sowohl einem selbst als auch den Fischen Freude bereiten. Und vielleicht kann ich damit ja auch andere inspirieren!
Ich fühle mich sehr geehrt und freue mich riesig über die Einladung, Fliegen bei der EWF zu binden – einer hervorragend betreute Top-Messe, die internationales Interesse weckt. Ich freue mich darauf, alte Freunde wiederzusehen, neue kennenzulernen, Ideen auszutauschen und von anderen auf dieser wunderbaren Show zu lernen.

