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Jürgen Bartsch

 

Der Fliegenbinder aus der Noris

Mein Name ist Jürgen Bartsch, ich bin 58 Jahre alt und seit 1977 Mitglied eines Fischereivereines in Nürnberg, der Nordbayerischen Sportanglervereinigung. Seit meiner frühesten Jugend begleiten mich die Fliegenfischerei und das Binden der eigenen Fliegen. In den jungen Jahren noch als klassischer Allroundangler unterwegs, war das Fischen mit der Fliege nur eine meiner vielen verschiedenen Angel Praktiken, die an den unterschiedlichsten Gewässern zum Einsatz kam.

Um die Jahrtausendwende fing ich jedoch an, intensiver in die Welt der Fliegenfischerei hinein zu blicken, um mich mit den dazugehörigen Themen auseinanderzusetzen. Ich besuchte verschiedene Wurfkurse in Österreich und an der Küste in Dänemark, und auch im Binden meiner eigenen Fliegen intensivierte ich den Aufwand. So rückten neben den klassischen Binden von Trockenfliegen und Nymphen zunehmend Fliegen für Meerforellen und Fliegen für die Fischerei auf Hecht in den Focus. Ich habe viel Freude am Austesten verschiedener Bindeweisen und Bindematerialien um damit ein breit aufgestelltes Wissen zu dem Thema zu erlangen. Durch die regelmäßigen Besuche an den verschiedensten Gewässern konnte ich mir ein umfangreiches Praxiswissen aneignen.

                                                                               

Ein fester Bestandteil seit gut 20 Jahren sind die vielen Besuche an der dänischen Ostsee mit dem Fischen auf die Meerforellen. Der Fisch der 1000 Würfe, eine wirklich intensive Fischerei die dem Fischer so einiges abverlangt. Am Anfang noch viel Lehrgeld gezahlt, zeigte sich im Laufe der Jahre welche Muster zu welcher Zeit fangen und welche eben nicht. Was für ein Vorteil das Erlebte am Wasser, direkt am Bindestock umsetzen zu können.

Ähnlich verhält es sich mit dem Hecht, meiner zweiten Leidenschaft der aktiven Fliegenfischerei. Ob in der Ostsee, am Baggersee oder klassisch an den Flüssen der Region. Auch bei dieser Fischerei kommt es darauf an, viele Erfahrungen zu sammeln und so braucht es auch hier seine Zeit um mit einer gewissen Beständigkeit zum Erfolg zu kommen. Nicht nur die richtige Wahl der Fliege, sondern auch die Gerätezusammenstellung spielt eine gewichtige Rolle um bei Meister Esox punkten zu können. Da liegt es ebenso nahe als Fliegenbinder bevorzugt Fliegenmuster, für diese Fischarten am Bindestock zu kreieren. Feine schlanke und auch filigrane Fliegenmuster für die Meerforellen der Ostsee zum einen, große und voluminöse Muster für den Hecht, zum anderen. Egal welches Fliegenmuster sich gerade im Bindestock befindet, allen gemeinsam wird aber eine saubere und möglichst exakte Bindeweise zuteil. Meine langjährige berufliche Tätigkeit in der Konstruktion eines Metall Verarbeitenden Betriebes, hat sich auch auf das Binden meiner Fliegenmuster übertragen. Eine genaue und qualitativ hochwertige Arbeitsweise sind grundsätzlicher Bestandteil bei allen meinen Kreationen. Das Auge fischt bei mir immer mit, und so freut es mich an meiner eigenen Fliegenrute ein Fliegenmuster angeknotet zu haben, das die Fische im Wasser, vielleicht gerade durch ihre perfekte Form und Bindeweise überzeugt.

Seit 2015 beteilige ich mich mit meinen Fliegenmustern bei den offenen Deutschen Meisterschaften im Fliegenbinden auf der EWF. 2018 und 2019 gelang es mir im Zuge dieser Meisterschaften in der Kategorie „Streamer“, auch die Juroren zu überzeugen und ich erreichte jeweils den ersten Platz. Da die Erstplatzierten in den entsprechenden Kategorien eingeladen werden, als aktive Fliegenbinder auf der EWF vor Ort zu binden, ist es mir eine besondere Ehre auch auf der diesjährigen EWF wieder als aktiver Fliegenbinder teilnehmen zu dürfen. Gerne präsentiere ich Ihnen, liebe Besucher, meine Bindetechniken auf der diesjährigen EWF. Ich bin daher sehr gespannt und schaue erwartungsvoll auf das Wochenende in den Tagen, wo die EWF  ihre Tore öffnen wird.

Ihr Jürgen Bartsch